Die Schlucht von Limarò

Eine Schlucht aus Fels und Wasser, in der der Fluss Sarca überraschende Formen zeichnet – im Herzen der Giudicarie
Die Schlucht von Limarò  #1 | © North Lake Garda Trentino
Die Schlucht von Limarò #1
Die Schlucht von Limarò  #2
Die Schlucht von Limarò #2
Die Schlucht von Limarò  #3 | © North Lake Garda Trentino
Die Schlucht von Limarò #3

Die Schlucht von Limarò (auf Italienisch: Canyon del Limarò) ist eine tiefe, enge Klamm, die der Fluss Sarca zwischen Villa Banale di Stenico und Sarche in den Giudicarie-Tälern gegraben hat. Über Jahrhunderte hat das Wasser die roten und grauen Kalkfelsen geformt und dabei senkrechte Wände, Strudeltöpfe und natürliche Skulpturen geschaffen, die von den Aussichtspunkten entlang des Weges gut sichtbar sind.

Die Schlucht ist ausschließlich zu Fuß erreichbar, über einen relativ kurzen Spaziergang, der entweder an der Staatsstraße del Caffaro oder im Gebiet von Comano Terme beginnt. Der Weg folgt dem Flusslauf, mit leichten Abstiegen und sanften Anstiegen, bis man die moderne Hängebrücke, die Aussichtsterrassen und die alte Balandin-Brücke erreicht – stille Zeugen der langen Geschichte dieses Übergangs.

Geschichte und Beschreibung

Die Schlucht von Limarò erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Sarca, der sich hier tief zwischen Kalksteinwänden eingräbt. Sie ist auch als Forra del Limarò bekannt und zählt zu den eindrucksvollsten Abschnitten des Flusses auf seinem Weg zum Gardasee. Die Gesteine zeigen unterschiedliche Farbtöne – vom rötlichen Ammonitenkalk bis zu hellem Grau –, gezeichnet von jahrhundertelanger Erosion.

Historisch hatte dieser Abschnitt eine wichtige Funktion als Verbindung zwischen den Giudicarie und dem Sarca-Tal. In der Nähe der Schlucht verliefen alte Wege, die heute von höher gelegenen Staatsstraßen abgelöst wurden. Im zentralen Bereich des Canyons befindet sich die Balandin-Brücke, eine steinerne Brücke, die mehrfach restauriert wurde und heute von einer modernen Fußgänger-Hängebrücke ergänzt wird. Entlang des Weges lassen sich Nischen, Hohlräume und sogenannte Strudeltöpfe erkennen, die vom Wasser geformt wurden, ebenso wie Spuren menschlicher Nutzung, etwa eine alte Kalkbrennerei, die von der früheren Steinverarbeitung in der Region zeugt.

Sehenswertes

Panoramaterrassen über der Schlucht

Die Panoramaterrassen sind die unmittelbarsten Punkte, um die Tiefe der Schlucht von Limarò zu erfassen. Vom Hauptweg aus erreichst du nach dem Überqueren der Hängebrücke mit einem kurzen Anstieg die erste Terrasse. Von hier blickst du auf den Sarca, der tief unten zwischen steilen Felswänden fließt. Der Ausblick lässt die in den Fels gemeißelten Formen und die unterschiedlichen Kalksteintöne deutlich erkennen. Entlang des weiteren Weges findest du zusätzliche Ruhe- und Aussichtspunkte mit Geländern, an denen du sicher anhalten, dem Rauschen des Wassers lauschen und die Schlucht aus verschiedenen Perspektiven betrachten kannst.

Hängebrücke über den Sarca

Die moderne Hängebrücke verbindet die beiden Seiten der Schlucht und zählt zu den eindrucksvollsten Passagen der Route. Die Konstruktion aus Metall und Holz liegt etwas unterhalb von Villa Banale und ermöglicht einen direkten Blick auf den Sarca, der mehrere Meter tiefer fließt. Hier wird die Tiefe der Schlucht und die kontinuierliche Kraft des Wassers besonders spürbar. Mit dem Überqueren der Brücke beginnt der Abschnitt zu den Aussichtsterrassen und zur Abzweigung Richtung Balandin-Brücke – ein zentraler Punkt für den Besuch des Canyons.

Balandin-Brücke (oder Balandino)

Die Balandin-Brücke, oft auch Balandino genannt, ist eine alte Steinbrücke, die den Sarca an einer besonders engen Stelle des Canyons überspannt. Quellen führen ihren Ursprung auf eine sehr frühe Zeit zurück, möglicherweise sogar auf die Römerzeit, auch wenn ihr heutiges Erscheinungsbild das Ergebnis späterer Umbauten ist. Von der Brücke aus erlebst du die Schlucht aus nächster Nähe, mit den sich verengenden Kalksteinwänden und dem tief darunter fließenden Wasser. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert und zweigt kurz vor der letzten Panoramaterrasse vom Hauptpfad ab. Ein geeigneter Ort für eine kurze Pause, um die natürlichen Felsformen und den Kontrast zwischen menschlichem Bauwerk und Wassererosion zu beobachten.

Ökologischer Weg und Kalkofen

Entlang des linken Ufers des Sarca, ausgehend vom Bereich nahe der Kreuzung der Staatsstraßen 237 und 421, verläuft ein ökologischer Lehrpfad, der der Schlucht von Limarò gewidmet ist. Die Strecke wurde mit landschaftlichen Aufwertungsmaßnahmen angelegt und bietet Informationstafeln sowie Beobachtungspunkte zu den vom Fluss geschaffenen Formen. Weitergehend erreichst du eine alte Kalkbrennerei, eine runde Steinkonstruktion, in der früher Kalkstein zur Gewinnung von Kalk gebrannt wurde. Dieses Element verdeutlicht die enge Verbindung der lokalen Bevölkerung mit den Ressourcen des Tals und ergänzt den Besuch um einen historischen Aspekt handwerklicher Tätigkeiten.

Praktische Informationen

Öffnungszeiten

Die Schlucht von Limarò ist frei zugänglich und es gibt keine festen Öffnungszeiten oder Eintrittskassen. Der Weg ist jedoch von den Wetterbedingungen und möglichen Wartungsarbeiten abhängig. Vor der Planung empfiehlt es sich, aktuelle Informationen zur Begehbarkeit beim Tourismusbüro von Comano einzuholen. Aus Sicherheitsgründen sind in den Monaten mit kürzeren Tagen die Mittagsstunden zu bevorzugen; nach starken Regenfällen oder bei angekündigtem Hochwasser des Flusses ist besondere Vorsicht geboten.

Eintritt und Preise

Der Besuch der Schlucht von Limarò ist kostenlos. Es sind weder Eintrittskarten noch Reservierungen erforderlich. Geführte Wanderungen oder organisierte Aktivitäten von lokalen Einrichtungen können kostenpflichtig sein, betreffen jedoch Zusatzangebote. Wenn du an Gruppenführungen oder organisierten Trekkingtouren teilnimmst, informiere dich vorab über Preise, notwendige Ausrüstung und den Schwierigkeitsgrad der Route.

Parken

Für den Zugang zur Schlucht stehen einige kleine Parkmöglichkeiten entlang der SS 237 del Caffaro zur Verfügung, nahe der Kreuzung mit der SS 421 zu den Seen von Molveno und Tenno, beim sogenannten Ponte dei Servi. Dort befindet sich eine Parkbucht, von der aus du die Straße hinab zum Klärwerk und zum Beginn des Fußwegs erreichst. Ein weiterer Zugang mit wenigen Stellplätzen liegt oberhalb in Richtung Villa Banale, den lokalen Hinweisen folgend. In Zeiten hoher Besucherzahlen kann die Parkplatzsituation eingeschränkt sein, daher ist eine frühe Ankunft empfehlenswert.

Anreise

Mit dem Auto orientierst du dich an der SS 237 zwischen Comano Terme und Sarche. Kommend von Ponte Arche erreichst du kurz vor den Tunneln einen Kreisverkehr mit Hinweisen nach Villa Banale und auf die Staatsstraße 421 in Richtung Molveno und Tenno. Von hier folgst du den Schildern zur Ortschaft und biegst nach wenigen Metern links in eine Nebenstraße ein, die zu den Gebäuden am Beginn des Panoramawegs führt. Alternativ lässt sich die Schlucht auch über eine längere Wanderung ab Comano Terme erreichen, entlang der markierten Wege nach Villa Banale und zum Ponte dei Servi, die mit dem sogenannten Cammino dell’Acqua verbunden sind.

FAQ: Limarò-Schlucht

Vom Parkplatz in der Nähe des Panoramawegs solltest du etwa eine Stunde für Hin- und Rückweg sowie Pausen an den Aussichtspunkten einplanen. Startest du in Comano Terme, verlängert sich die Gehzeit entsprechend.
Der Weg ist kurz, weist jedoch Abschnitte mit Gefälle und Anstiegen sowie unbefestigten Untergrund auf. Mit kleinen Kindern ist eine Kindertrage empfehlenswert; Kinderwagen sind nicht geeignet.
Ja, Hunde sind erlaubt, müssen jedoch an der Leine geführt werden. In ausgesetzten Bereichen und in der Nähe der Aussichtspunkte ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
Der Zugang kann je nach Steinschlag, Bauarbeiten oder Wetterlage variieren. Vor dem Aufbruch ist es ratsam, beim örtlichen Tourismusbüro den aktuellen Zustand des Weges zu erfragen.
Für den Panoramaweg genügen Wander- oder Sportschuhe mit gutem Profil sowie bequeme Kleidung. In den kühleren Monaten ist eine zusätzliche Schicht sinnvoll, da es in der Schlucht oft feuchter und kühler ist.
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