Mit dem Trenino durch das Trentino

An den Samstagen zwischen dem 07. Mai und dem 16. September sowie an zwei Freitagen im September nimmt der „Trenino dei Castelli“ kulturinteressierte Trentino-Urlauber wieder mit auf Entdeckungsreise. In vier Etappen geht es zunächst ins Val di Sole zu Schloss San Michele in Ossana sowie Schloss Caldes und schließlich ins Val di Non zu den Schlössern Valer und Thun. Damit auch die Kleinen zu großen Entdeckern werden können, gibt es spezielle Familien-Tage an drei Sonntagen im Juli und August mit Ermäßigungen und einem besonderen Programm

Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Entdeckungsreise durch die Geschichte, auf welche sich die Mitfahrer des „Trenino dei Castelli“ begeben. Morgens um 08.45 Uhr beginnt die Reise in der Hauptstadt Trento. Mit einem Zug der Schmalspurbahn Ferrovia Trento-Malè geht es dann gemächlich Richtung Nordosten. Bis der Zielbahnhof Malè im Val di Sole nach etwas mehr als einer Stunde erreicht ist, können die Fahrgäste bei einem gesunden Frühstück mit regionalen Produkten der Marken Melinda und Trento Latte die vorbeiziehenden Apfelbaumplantagen und Weinberge auf sich wirken lassen. Die Stärkung ist wichtig, denn das Tagesprogramm hat es in sich: Vier bezaubernde Schlösser der Region öffnen den Besuchern ihre Pforten. In Begleitung von fachkundigen Führern lernen die Teilnehmer die Historie des Castello San Michele di Ossana kennen, speisen in den Räumen von Castel Caldes, schreiten durch die Gemächer des Grafen Spaur in Castel Valer und genießen den magischen Sonnenuntergang bei Castel Thun. Für Familien mit Kindern sind drei Sonntags-Termine besonders geeignet, da an diesen Tagen das Programm speziell auf die Kleinen zugeschnitten ist und abwechslungsreiche Aktivitäten wie etwa eine Schatzsuche geboten werden.

Erste Etappe: Castello San Michele di Ossana
Das Schloss San Michele in Ossana, welches auf einem schwer zugänglichen Felsvorsprung oberhalb der gleichnamigen Ortschaft thront, trägt seinen Namen nach dem Heiligen Michael, dem die Schlosskapelle geweiht ist. Historiker gehen davon aus, dass die Anlage auf die Langobarden zurückgeht. Erstmals schriftlich erwähnt wurde sie im Jahr 1191. In den Jahrhunderten danach immer weiter zum Schloss ausgebaut, erhielt das Castello San Michele di Ossana auch seinen charakteristischen 25 Meter hohen Turm.
Im Lauf der Zeit war das Schloss Eigentum verschiedener historischer Persönlichkeiten: Von den Fürstbischöfen Trients über die Grafen von Tirol und Görz, bis hin zu Bertha von Suttner, der Friedensnobelpreisträgerin von 1905.

Zweite Etappe: Castel Caldes
Mit einem Reisebus geht es weiter zum Schloss Caldes, welches ebenfalls im Val di Sole liegt und seit Jahrhunderten den Zugang zum Tal kontrolliert. Sein Erscheinungsbild ist das Ergebnis des Aufeinandertreffens der venezianischen, lombardischen und deutschen Kultur. Seit diesem Frühjahr hat es nach Renovierungsarbeiten wieder geöffnet und bietet seinen Besuchern interessante Einblicke in die mit Gewölben, Holzvertäfelungen und Fresken ausgeschmückten Innenräume. Bemerkenswert sind vor allem das Grafenzimmer und der Ballsaal. Über die Holztreppe im Turm gelangt man überdies in ein Zimmer, welches vollständig mit Fresken bemalt ist. Diese sollen der Legende nach von der jungen Gräfin Marianna Elisabetta Thun während ihrer Gefangenschaft auf dem Schloss entstanden sein. Doch die Teilnehmer des Tagesausfluges erfahren nicht nur Geschichten früherer Bewohner, sondern haben auch die einmalige Gelegenheit, mitten in den historischen Räumlichkeiten zu Mittag zu essen und dabei die Weine des Weinguts Rotari zu genießen.

Dritte Etappe: Castel Valer
Frisch gestärkt geht es mit dem Bus weiter ins benachbarte Val di Non, wo die Mitfahrer die Gelegenheit haben, die in der Regel nicht öffentlich zugänglichen Räume des Castel Valer zu besichtigen. Das imposante Schloss thront panoramareich oberhalb des kleinen Ortes Tassullo, umgeben von Weinreben und Apfelbäumen. Mit seinem 40 Meter hohen Turm, dem höchsten der gesamten Provinz Trient, ist es schon von weitem sichtbar. Seit 1368 befindet es sich im Besitz der Familie Spaur. Deren Familienoberhaupt, Graf Ulrich von Spaur, ermöglichte eine Besichtigung im Rahmen des Tagesausflugs.

Vierte Etappe: Castel Thun
Den Abschluss der Entdeckungsreise bildet das glanzvolle Castel Thun, welches über viele Jahrhunderte die Residenz der Familie Thun war, einer der ältesten und mächtigsten Familien des Trentiner Adels. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts überblickt das malerische Schloss von einem Hügel aus das Val di Non. Es gilt als eindrucksvolles Beispiel zivil-militärischer Architektur, denn das größtenteils im gotischen Stil errichtete Gebäude wird von einem komplexen Festungssystem aus Wachtürmen, Bollwerken, Burggräben und Wehrgängen umschlossen. Heute befindet es sich im Besitz der Provinz Trient und beherbergt neben der Originaleinrichtung wertvolle Kunstsammlungen sowie eine bedeutende Bibliothek. Bevor es mit dem Bus zurück nach Trento geht, genießen die Besucher bei einer Tasse duftenden Kräutertees von Castel Thun aus den fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang.
Doch wer im Trentino Urlaub macht, erlebt nicht nur spannende Tage unter italienischer Sonne, sondern kann bereits bei der Anreise profitieren. Durch ihre Nähe und die gute Anbindung lässt sich die Region in wenigen Stunden erreichen. Das gilt nicht nur für eine Anreise mit dem Auto. Die Deutsche Bahn bietet tägliche Direktverbindungen nach Trento und Rovereto. Darüber hinaus bringen Regionalbahnen wie der „Trenino dei Castelli“ die Urlauber sowohl zu den faszinierendsten Schlössern als auch zu vielen weiteren Schönheiten des Trentino.



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