Der geflügelte Drache von Vaia

Das Werk von Martalar beschützt das Wiederaufleben eines verletzten Berglandes

Wenn der Sturm kommt, kann man nur abwarten, bis er sich gelegt hat. Dann erst kann man wählen, wie man reagiert. Marco Martalar, Holzkünstler von Weltrang, hat bereits zum zweiten Mal reagiert, indem er ein unvergessliches Werk schuf, den Drachen von Magré.

Das, was das Sturmtief Vaia zerstört hat, lebt dank seiner Kunst weiter. Denn wenn sie das Glück hat, auf Talent, Weisheit und aufrichtiges Mitgefühl zu stoßen, dann kann die Natur aus der Zerstörung in Schönheit und Würde wiederauferstehen.

Der Drache von Vaia

Der Drache

Der geflügelte Drache von Magré, einer Fraktion der Gemeinde Lavarone, wo er entstand, ist der weltweit größte Drache aus Holz. Monatelange Arbeit, 3.000 Schrauben und 2.000 Stück Holzabfälle, auch von der Avez del Prinzep, der 244 Jahre alten, höchsten Weißtanne Europas, die der Gewalt des Sturms zum Opfer fiel. Ein Drache mit einer Höhe von über 6 Meter und 7 Meter Länge, der direkt aus einem der schönsten Fantasy-Filme entsprungen zu sein scheint. Ein Werk, dessen Außergewöhnlichkeit auch in seiner Vergänglichkeit liegt. Denn das Holz, aus dem es besteht, ist unbehandelt und wird mit der Zeit, unter Einwirkung von Schnee und Wind, allmählich wieder verschwinden. Ein Drache, der wieder zu reiner Natur werden wird.

Der Drachen kann bereits auf dem Gipfel des Tablat besichtigt werden, auf dem er sich erhebt. Erreichbar ist er von der Fraktion Slaghenaufi, indem man den Wegweisern zum Chalet Tana Incantata folgt, wo man das Auto stehen lässt, um den Weg zu Fuß bis zur Fraktion Magré, oder im Sessellift, fortzusetzen.

Der Drache von Vaia

Vaia

Am 29. Oktober 2018 hat ein Orkantief, dessen Winde im Trentino mehr als 200 km/h erreichten, in unseren Bergen schwere Schäden verursacht. Ein Extremwetterereignis, das vom Atlantik kommend Millionen von Bäumen umgeknickt und dadurch Zehntausende Hektar Alpenwälder zerstört hat. Der Sturm trägt den Namen von Vaia Jakobs, Managerin eines deutschen multinationalen Unternehmens. Ihr Name wurde unsterblich, nachdem ihr Bruder Skouras, um ihr 2017 ein originelles Weihnachtsgeschenk zu machen, diesen beim Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin einreichte, damit er zufällig einem bestimmten Ereignis zugewiesen werden konnte. Ein Liebesbeweis, der bei der Zufallsvergabe unglücklich endete. Denn Vaia ist ein Name des Friedens und nicht des Krieges, es ist der Name der Palmwedel, die bei der Rückkehr Jesu nach Jerusalem – am Palmsonntag – von der Menge geschwenkt wurden.

 

Der Drache von Vaia

Marco

Im Jahr 2020 sammelt Marco Martalar in Mezzaselva di Roana auf der Hochebene der Sieben Gemeinden, wo er lebt, 1.500 Stücke der von Vaia abgebrochenen oder entwurzelten Bäume und erschafft daraus den geflügelten Löwen von Vaia. Der größte geflügelte Löwe der Welt, drei Meter hoch und 4,5 m lang, Symbol für den Mut und die Kraft des Lebens der Menschen im Gebirge.

Genau ein Jahr danach macht sich Marco in Malgré, auf der Hochebene von Lavarone, erneut an die Arbeit, um ein weiteres Mal einem anderen Berg, der dabei ist, sich mühevoll wieder zu erholen, ein Zeichen der Ermutigung, Unterstützung und Verbundenheit zu schenken. Und er lässt ein majestätisches Werk entstehen, Symbol für Zähigkeit und Mut. Einen geflügelten Drachen als Symbol für Fruchtbarkeit und Schutz vor widrigen Ereignissen.

Der Drache von Vaia

Lavarone Green Land

Der Drache von Vaia ist nur der erste Schritt eines weitreichenderen Projekts, das von der Gemeinde Lavarone zur Valorisierung von 4 Themenwegen in Angriff genommen wurde: der Pfad der Legenden: Avi, die Avez del Prinzep und der Drache Vaia; der Pfad der Quellen, auf der Suche nach dem Wasser „el vacarot“; der Pfad der 4 Sprünge im Wald, Avi, der Entdecker und die Tiere; der Pfad des Atems der Bäume. Ein Projekt, das sich vor allem an Familien richtet und über Märchen und Legenden die Liebe zur Natur, zur Heimat, zum Gebirge vermitteln soll.

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Veröffentlicht am 07/12/2021