Folgen Sie nicht den Fußabdrücken des Mazaròl!

Wenn man am Fuße der unwegsamen Pale di San Martino durch die Wälder von Primiero geht, kann man am Boden seltsame Fußspuren sehen. Wenn man sie genauer betrachtet, versteht man, dass sie weder die eines Fuchses noch die einer Gams sind: die Fußspuren sind sehr klein, wie die eines Kobolds. Vielleicht könnten dies die Fußabdrücke des berühmten Mazaròl sein, der an diesem Ort bewohnt.

Betrachten Sie sie, aber ohne ihnen zu folgen! Die Legende besagt, dass jeder, der in seine Fußstapfen tritt, Schritt für Schritt sein Gedächtnis verliert, bis er die Höhle des Mazaròl erreicht. Er ist ein kleiner Mann, mit einem langen Bart, einer erdbeerroten Kapuze, einem schwarzen Umhang und seltsamen spitzen Schuhen, der unermüdlich von morgens bis abends arbeitet. Er kennt alle Geheimnisse der Milch- und Käseverarbeitung und ist immer auf der Suche nach jemandem, der ihm bei seiner Arbeit helfen könnte.

San Martino di Castrozza - Primiero - Calaita

"Er ist ein kleiner Mann der unermüdlich von morgens bis abends arbeitet"

Vor langer Zeit verlor ein Mädchen, das seinen Fußspuren folgte, sein Gedächtnis und wusste nicht mehr, wer es war. Als sie in der Höhle des Mazaròl ankam, hielt der Kobold sie als Dienerin bei sich und lehrte sie, wie man Butter, Käse und Tosèla macht – einen leckeren Frischkäse – der typisch für den Primiero ist, herstellt. Eines Tages erkannte jedoch ein vorbeikommender Jäger das vermisste Mädchen und konnte es zurück ins Dorf bringen. Aber das arme Mädchen erinnerte sich an nichts, also wandten sich die Dorfbewohner an eine alte, weise Frau, die das Mädchen die Milch einer weißen Ziege trinken ließ. Plötzlich bekam das Mädchen ihre Erinnerungen zurück und lehrte voller Freude seine Landsleute die Geheimnisse, die der Mazaròl ihr offenbart hatte. Aus diesem Grund sind die Einwohner von Primiero auch heute noch sehr gut in der Herstellung von Käse, wie z. B. Tosèla, den wir Ihnen empfehlen, wenn Sie dieses Gebiet am Fuße der Pale di San Martino besuchen.

Veröffentlicht am 15/10/2019