Meine Belohnung, Rinaldo

Rifugio Peller (Peller-Hütte), Brenta-Dolomiten

„Nach meiner Pensionierung habe ich die Hütte Rifugio Peller übernommen. Vorher hatte ich 21 Jahre lang als selbständiger Elektriker gearbeitet. Es war ein kalter Job, man sprach niemals mit den Leuten. Hier muss man hingegen jeden Tag ein anderes Problem angehen, und wenn man am Ende seine Pflicht gut erfüllt hat, ist die Belohnung das Lächeln auf den Lippen der sich verabschiedenden Menschen. Das Wichtigste ist, dass die Menschen zurückkommen und nach dir verlangen. Diesem Job widmet man sich mit Leib und Seele – nicht für Geld. Und wenn die Leidenschaft da ist, sieht man das auch. Es geht nicht nur darum, Tische zu bedienen und Betten zu machen: Unterhaltung, Beratung, Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen, die durch die Tür kommen. Deshalb wird dieser Ort als Berghütte und nicht als Hotel oder Restaurant bezeichnet.

Dolomitengeschichten: Rinaldo, der Berghütteninhaber

"Es geht nicht nur darum, Tische zu bedienen und Betten zu machen: Unterhaltung, Beratung, Verständnis für die Bedürfnisse der Menschen, die durch die Tür kommen."

Natürlich muss das, was serviert wird, von guter Qualität sein, das wird gar nicht in Frage gestellt. Wenn man hochwertige Produkte verwendet, ist das ein Unterschied. Für mich ist die Qualität für den Kunden nie hoch genug. Ich versuche, so viel wie möglich aus Eigenanbau zu verwenden. Im Winter bevorrate ich mich zu Hause in Cles für die nächste Saison: Mit einer kleinen Mühle mahle ich das Mehl für das Brot, das ich im Sommer jeden Tag frisch backe. Ich lagere Speck, Bauchspeck und Würstchen, fülle den Grappa und die Liköre ab, koche die Marmeladen ein, fülle den Wein um und versuche, meine Küche durch Experimente noch effizienter zu machen, indem ich immer etwas Neues erfinde. So halte ich mich jung.“

Autor: Alessandro Cristofoletti

Veröffentlicht am 27/09/2019