Frühlingsluft auf dem Rad schnuppern – zwischen Seen und Apfelplantagen

Eine Halbtages-Radtour vom Lago di Caldonazzo nach Borgo Valsugana

FRÜHJAHR / SOMMER - Wer Radfahren liebt, hat ziemlich sicher schon vom Valsugana-Radweg gehört, der von Pergine Valsugana im Trentino bis nach Bassano del Grappa im Veneto führt: achtzig Kilometer, vorbei am Lago di Caldonazzo, entlang des Flusses Brenta, durch Apfelplantagen, über Felder und durch Bergdörfer. Eine Route, die nicht allzu anstrengend ist und nach der Winterpause die Muskeln und Lungen wieder in Schwung bringt.

Fürs Erste reicht uns aber der 30 km lange Teilabschnitt von Pergine nach Borgo Valsugana. Von dieser einfachen und dennoch herrlichen Tour wollen wir im Folgenden berichten.

Wir starten an einem schönen Morgen im Mai. Die Sonnenstrahlen wärmen schon den See, und Frühling liegt in der Luft.

 

Los geht’s!

Bereits einige Tage vor Abfahrt kontaktierten wir den Bike-Sharing-Service, um uns Fahrräder zu reservieren. In Valsugana gibt es zwei Unternehmen, die diesen Mietservice anbieten: In Bike Valsugana und Valsugana Rent Bike. Beide betreiben gleich mehrere Abhol- und Abgabestationen entlang des Radwegs.

Am Tour-Tag fahren wir um 8.30 Uhr mit dem Zug nach San Cristoforo al Lago, ein Ortsteil von Pergine Valsugana. Am Bahnhof angekommen, laufen wir zwei Minuten zur Villa Sophie, wo unsere Fahrräder bereits auf uns warten. Dann wird’s Zeit, den Helm aufzusetzen und sich in den Sattel zu schwingen.

Der Valsugana-Radweg beginnt genau hier, also hinter dem Bahnhof. Er ist im ersten Abschnitt leider nicht so deutlich markiert. Deshalb fragen wir sicherheitshalber noch einmal beim Verleih nach dem Weg.

Eine leichte Tour auf dem Valsugana-Radweg

Fast fühlt es sich so an, als würden wir über das im Sonnenlicht glitzernde Wasser fliegen.

Am See entlang

Der erste Teil der Strecke ist wirklich beeindruckend, denn es geht direkt auf einem Steg über den Lago di Caldonazzo. Fast fühlt es sich so an, als würden wir über das im Sonnenlicht glitzernde Wasser fliegen.

Danach kommt die erste Herausforderung: Wir stoßen auf einen Bahnübergang, von dem drei Straßen abzweigen. Die mittlere, schmalste Straße, die zwischen der kleinen Straße am See und der Provinzstraße liegt, ist die richtige. Sie heißt Via dei Zeloni und führt uns nach wenigen Minuten am Hotel-Restaurant Valcanover vorbei. Hier halten wir uns links und fahren unter der Eisenbahnbrücke durch, bis wir am Hotel Mezzolago vorbeikommen.

Von dort aus geht es geradeaus weiter, bis wir über eine Fußgängerbrücke wieder das Seeufer erreichen. Danach folgt eine längere Strecke bis nach Calceranica al Lago.

Hier hört der Radweg plötzlich auf, und wir müssen vom See weg ins Dorf fahren. Aber bald schon tauchen wieder Schilder zum Lago di Caldonazzo auf. Über die Via Lungo il Lago (die Straße wird auch von einigen wenigen Autos befahren) gelangen wir zum Seeufer zurück.

Jetzt sind wir direkt am Ufer. Wenn man Lust hat, bietet sich hier eine kleine Pause an. Wir haben sie genutzt, um uns mit einem leckeren Glas frischem Apfelsaft zu erfrischen.

Eine leichte Tour auf dem Valsugana-Radweg

Wenn man Lust hat, bietet sich hier eine kleine Pause an.

Zwischen blühenden Apfelbäumen

Zurück im Sattel, führt uns die Route auf der Viale Venezia weiter entlang des Sees. Am Circolo nautico di Caldonazzo angekommen, biegen wir rechts ab in die Via al Lago. Nach einigen Minuten geht’s links in eine kleine asphaltierte Straße, die entlang der Felder nach Andanta führt. An einem bestimmten Punkt kreuzt die Via Andanta die Provinzstraße. Hier darf man nicht verpassen, auf der Via Andanta zu bleiben (an der Kreuzung ist das die rechte Straße).

Wenn man auf beiden Seiten blühende Apfelbäume sieht, ist man garantiert richtig. Dieser Teil der Route hat uns mit am besten gefallen.

Auf der Via Andanta folgen wir den Schildern des Radweges, bis wir in die Nähe von Levico kommen. Der Radweg führt dann am Dorf vorbei zum Fluss Brenta.

Eine leichte Tour auf dem Valsugana-Radweg

Wenn man auf beiden Seiten blühende Apfelbäume sieht, ist man garantiert richtig.

Flussabwärts

Dem Flusslauf des Brenta folgend, erreichen wir den Big Fish Bicigrill. Bicigrills sind im Trentino auf Radfahrer spezialisierte Rastplätze und Erfrischungspunkte. Hier lohnt sich also eine Pause, vielleicht muss das Rad gecheckt werden, oder man will noch einmal nach dem Weg fragen.

Wenn man stattdessen Lust hat, direkt weiterzufahren, kommt schon bald die nächste Gelegenheit für eine Pause: der Bicigrill Novaledo.

Der Fahrradweg ab Levico Terme ist dann wirklich sehr gut ausgeschildert. Lediglich in Richtung Borgo Valsugana muss man wieder ein wenig Acht geben. Am Kreisverkehr, der in das Dorf führt, verlassen wir den Radweg und folgen der Beschilderung nach Borgo Valsugana.

Dieser überaus schöne Teil der Tour führt durch das Dorf am Flussufer, mit seinen Arkaden und kleinen Brücken mit Blick auf den Brenta. Wenn man genug Zeit hat, lohnt sich eine Einkehr zum Mittagessen in einem der Lokale. Wir gönnen uns jedoch nur eine kurze Pause und fahren lieber weiter zum Bicigrill Castelnuovo, nicht weit vom Dorf entfernt.

Hier endet unsere Radtour mit einem Speck-Sandwich und dem obligatorischen Radler. Am frühen Nachmittag kehren wir nach Borgo Valsugana zurück und geben dort, wie mit dem Verleiher vereinbart, unsere Fahrräder zurück. Dann geht’s für uns mit dem Zug zurück nach Trento.

Wer noch Lust und genug Puste hat, kann natürlich weiterradeln. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man fährt auf dem Radweg weiter, zum Beispiel bis Tezze di Grigno, wo der letzte Bicigrill im Trentino zu finden ist; oder man fährt einfach wieder zum Ausgangspunkt in San Cristoforo al Lago zurück.

Eine leichte Tour auf dem Valsugana-Radweg

Dieser überaus schöne Teil der Tour führt durch das Dorf am Flussufer.

3 Insider-Tipps

  • Man sollte rechtzeitig im Voraus mit dem Fahrradverleih vereinbaren, wo man die gemieteten Fahrräder abholen und wieder abgeben möchte.

  • Vor dem Start sollte man sich die Route noch einmal in Ruhe anschauen und sich die Weggabelungen in der Nähe von Calceranica und Caldonazzo sowie am Ortseingang von Borgo Valsugana gut einprägen.

  • Die Strecke ist wirklich leicht und flach. Bis nach Borgo Valsugana ist sie für alle, auch für weniger erfahrene Radler, absolut machbar. Ist man dennoch schon vor dem Ziel müde, steigt man einfach in einem Dorf entlang der Strecke in den Zug.

Hier noch das technische Datenblatt der Route

Hier noch das technische Datenblatt der Route

Auf geht’s
Veröffentlicht am 25/02/2020