Wilde Schönheit in mediterranem Ambiente

Die UNESCO hat die Dolomiten im Juni 2009 „auf Grund ihrer einzigartigen Landschaft und Schönheit sowie der wissenschaftlichen Bedeutung ihrer Geologie und Geomorphologie“ in die Welterbeliste aufgenommen. Aber im Trentino locken noch mehr Stätten und Gebiete, die von der UNESCO als weltbedeutend eingestuft wurden

Wild zerklüftet, rau und mystisch präsentieren sich die Berge ihren Besuchern. Mächtig ragen schroffe Zinnen in den Himmel und verlocken zu unzähligen Naturabenteuern. Die Dolomiten sind ein weitgehend unberührtes und einmaliges Naturphänomen, deren außergewöhnlichen Wert die UNESCO bereits im Jahr 2009 mit der Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes erkannt. Die Uno-Organisation würdigte die Dolomiten als eine der „schönsten Berglandschaften“ der Welt von „einzigartiger, monumentaler Schönheit“.

 

Interessant zu wissen

Einmalig im Alpenraum ist auch die Entstehungsgeschichte der Dolomiten. Es ist kaum vorstellbar, dass die mächtige Felsen, Gipfel und Gletscher einst ein Korallenriff waren und erst entstanden, als vor 250 Millionen Jahren der afrikanische Kontinent langsam gegen Europa driftete.

Heute erstreckt sich die Gesamtfläche der Dolomiten über 141.903 Hektar und besitzt 18 Gipfel mit über 3.000 Metern. Charakteristisch für die Dolomiten sind die Wechsel von steilen Gipfeln und tiefen Tälern, von sanften Almen und engen Schluchten. Seinen Namen verdanken sowohl das Gebiet als auch das Gestein dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu, der Ende des 18. Jahrhunderts in die Dolomiten gereist war und als erster diese damals neue Gesteinsart untersucht und beschrieben hatte.

 

Die Dolomiten im Trentino

Die Gebirgskette der Dolomiten gehört zu den Südlichen Kalkalpen und erstreckt sich über die italienischen Regionen Trentino, Südtirol und Venetien. Auf Trentiner Boden liegen unter anderem die Brenta-Dolomiten, der Lagorai-Gebirgszug, Teile der Sellagruppe und die Marmolada. Vielseitig sind nicht nur die Zinnen, Gipfel und Grate der „Dolos“, wie ihre Liebhaber sie nennen, sondern auch die den Dolomiten zu Füßen liegende Natur. So bieten blumenreiche Almwiesen, dichte Fichtenwälder, klare Bergseen oder karge Moränenlandschaften beste Voraussetzungen für jegliches Outdoor-Vergnügen. Doch ist die einzigartige Bergwelt nicht nur ein ideales Wander-, Trekking-, Walking- oder Bike -Terrain, sondern ein Dorado für alle, die die Berge mit allen Sinnen erleben und genießen möchten.

 

UNESCO Welterbe im Trentino

Jüngster Welterbe-Zugang - aus dem Jahr 2015 ist das erste UNESCO Biosphärenreservat in den Dolomiten. Das geschützte Gebiet „Ledro Alps and Judicaria erstreckt sich über 47.427 Hektar vom Gardasee bis zu den Brenta-Dolomiten. Das Gebiet „Ledro-Alpen und Judikarien“ ist nicht nur das erste Biosphärenreservat in den Dolomiten, sondern auch das erste in den Zentralalpen. Grund ist das dynamische Zusammenspiel von Artenvielfalt, Ökosystem und Kulturlandschaften. In diesen einmaligen Lebensräumen sind mehr als 1.600 Pflanzenarten zuhause, von denen 33 endemisch sind, und 149 geschützte Tierarten, darunter Braunbär, Wolf und Luchs. Kurz gesagt, das Gebiet trägt zu einer reichen Artenvielfalt im Alpenraum bei und bildet einen Nord-Süd-Korridor über die Alpen hinweg bis zur Po-Ebene.

Innerhalb des Biosphärenreservats liegen zwei weitere UNESCO Weltkultur-Stätten, nämlich die prähistorischen Pfahlbausiedlungen von Fiavé und jene am Ledrosee. Archäologen haben festgestellt, dass beide Anlagen aus einer Zeit um 2000 v.Chr. stammen. Beide Ausgrabungsstätten wurden 2011 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen und gehören zu den größten und bedeutendsten Pfahlbausiedlungen in ganz Europa.

 

Traditionen und Denkmäler

Damit noch nicht genug. In den Talschaften der Judikarien liegen abseits der ausgetretenen Touristenpfade ursprüngliche Bauerndörfer, die reich an alten Traditionen und künstlerischen sowie architektonischen Denkmälern sind. So versetzen liebevoll restaurierte Steinhäuser in den mittelalterlichen Dörfern Rango und San Lorenzo in Banale die Besucher in eine andere Zeit. Dazu kommen fünf Burgen, darunter das mächtige Castel Stenico, heute Ausstellungssitz des Museums Castello del Buonconsiglio in Trento, zwei Museen und drei Dörfer, die zu den „Borghi piu belli d’Italia“, den schönsten Dörfern Italiens, gehören.

 

UNESCO Geopark

Bereits im Jahr 2008 wurde der Naturpark Adamello Brenta zum UNESCO Geopark erklärt. Er liegt komplett im Trentino. In kaum einer anderen Region ist die Erdgeschichte so erlebbar wie in dem Gebiet zwischen den beiden Gebirgszügen Brenta-Dolomiten und Adamello-Presanella (Südalpen). Wo die Brenta-Dolomiten hauptsächlich aus Kalkgestein bestehen, karstig, waldreich und eher wasserarm sind, prägen Gletscher, Wasserfälle, Bergseen und Gebirgsbäche das Landschaftsbild der Adamello-Presanella-Gruppe. Hier überragen viele Gipfel die 3.500 Meter Marke. Die natürlichen Grenzen des Naturparks Adamello-Brenta sind das Val di Non, das Val di Sole, der Passo Tonale (Tonalepass), die Judikarien, Madonna di Campiglio, das Val Rendena und die Grenze zur Region Lombardei.

 

Weitere Informationen unter: www.visittrentino.info/de/trentino/dolomiten-unesco