Natur mit allen Sinnen erleben

Egal, ob hochalpine Bergwelt oder hügelige Trentiner Voralpen, ob glasklare Seen oder grüne Blumenwiesen - die Natur übertrifft sich im Trentino fast selbst. Die Region ist aber nicht nur ein Paradies für Aktivurlauber, sondern zieht jeden Besucher mit ihrem unvergleichlichen Mix aus Natur, Kultur und italienischer Gastfreundschaft in ihren Bann

Mächtig ragen im Norden des Trentino die Zinnen des UNESCO-Weltnaturerbes Dolomiten in den Himmel. Mystisch präsentieren sich die zerklüfteten Felswände, zu deren Füßen liebliche Almwiesen, dichte Fichtenwälder und klare Bergseen liegen. Die Region bildet eine geographische und kulturelle Brücke zwischen Mitteleuropa und dem Mittelmeerraum. So bieten die unterschiedlichen Talschaften nicht nur viel Natur, sondern einen bunten Mix aus alpenländischen Traditionen und südländischer Lebensfreude, aus lässigem Gebirgssport und entspannentem Strandspaß, denn Sonnenanbeter und Wassersportler finden im Trentino knapp 300 Seen. Wer mit dem Auto oder dem Zug aus dem Norden ins Trentino reist, nutzt einen der wichtigsten Verkehrsstränge der Alpen, das Valle dell’Adige (Etsch-Tal), das die Provinz von Nord nach Süd in Ost- und West-Trentino teilt.

Hier eine Übersicht über die wichtigsten Talschaften mit ihren Charakteristika, Bergen und Gipfeln.

 

Der Westen des Trentino

 

Garda-Trentino und Valle di Ledro

Das mediterrane Klima des Lago di Garda zieht Outdoor-Sportler, Wasserratten und Sonnenanbeter gleichermaßen an. Bis zu 2.000 Meter hoch ragen die Lago di Garda-Berge über den Wasserspiegel des Sees. Sie geben ihm einen fjordähnlichen Charakter und enden im breiten flachen Gebiet des Valle del Sarca, das sich nördlich des Lago erstreckt. Prominent erhebt sich im Osten die Bergkette des Monte Baldo mit dem Gipfel Monte Altissimo (2.079 m), von dem man einen traumhaften Blick auf den Gardasee genießt. Der 2.054 Meter hohe Monte Stivo hingegen trennt die Ebene des Valle del Sarca vom Valle dell’Adige bei Rovereto. Nur wenige Kilometer und eine paar enge Haarnadelkurven trennen den Lago di Ledro im gleichnamigen Tal vom Gardasee. Ihn umgeben die Ledro-Alpen, die sich bis an den Gardasee hinunterziehen. Gemeinsam mit den Valli Giudicarie bilden die Ledro-Alpen seit Sommer 2015 das erste von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat in den Dolomiten. Interessantes Detail: Auf und entlang der Ledro-Alpen verlief vor über 100 Jahren die Front des Ersten Weltkriegs. Heute kann sie auf dem Sentiero della Pace (Friedenspfad) erlaufen werden.

 

Valle dell'Adige

Einst formten Gletscher das breite Valle dell‘Adige (Etsch-Tal), das von hohen Bergen flankiert wird und durch das sich heute noch der gleichnamige Fluss schlängelt. Seit jeher bildet das Valle dell’Adige einen natürlichen Verbindungsweg zwischen Nord und Süd, also zwischen Italien und Mitteleuropa. Die Stadt Trento liegt zu Füßen des Monte Bondone, dem bedeutendsten Berg des Valle dell’Adige, der mit den Tre Cime und dem Monte Stivo durch einen langen Kamm mit dem Valle dell’Adige verbunden ist. Schon von Weitem ist das wuchtig aufragende Paganella-Massiv (2.124 m) zu sehen, das sich nordwestlich von Trento erhebt. Seine Abbruchkante stürzt steil ins Valle dell’Adige hinab, doch auf der Rückseite ziehen sich die grünen Hänge sanft zur gleichnamigen Hochebene. Vom Gipfel aus bietet sich ein atemberaubender Panoramablick auf die Brenta-Dolomiten, das Valle dell’Adige, die Valli Giudicarie und den Lago di Garda.

 

Val Rendena

Das Val Rendena liegt mitten im Naturpark Adamello-Brenta, ist bekannt für seine Apfelplantagen und trennt die Brenta-Dolomiten von der Adamello-Presanella-Gruppe. In den verwunschenen Seitentälern Val Genova, Val Nambrone oder Val Brenta breiten sich intakte Ökosysteme aus und bieten selbst dem Braunbären einen Lebensraum. Mit 3.556 Metern ist die Presanella der höchste Gipfel der ganz im Trentino liegt. Der beherrschende Gipfel jedoch ist der Adamello, der zusammen mit einigen Dutzend weiterer Dreitausender die gewaltige Adamello-Gruppe bildet und im Norden an die Ortler-Gruppe grenzt.

 

Val di Sole und Val di Non

Das Val di Sole erstreckt sich im Westen vom Passo del Tonale (Grenze zur Lombardei) bis zum Anfang des Val di Non im Osten. Seine charakteristische Landschaft, ein unnachahmlicher Mix aus Gletschern, Wäldern, Feldern und Obstgärten, verdankt das Val di Sole den mächtigen Gipfeln der Brenta-Dolomiten im Süden, der Adamello-Presanella im Westen und der Ortler-Cevedale-Gruppe im Norden. Dritthöchster Berg der Ortler-Alpen ist der Monte Cevedale, nach Ortler und Königspitze. Ähnlich wie das Val di Sole ist das Val di Non idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Brenta-Dolomiten, auf die Mendel oder auf den Ortler.

 

Der Osten des Trentino

 

Val di Fassa, Val di Fiemme und San Martino di Castrozza

Als vor über 40 Millionen Jahren die Gebirgskette der Dolomiten entstand, entstanden auch die vielen reizvollen Täler, wie das Val di Fassa und das Val di Fiemme mit dem gemeinsamen Fluss Avisio. Dank Sellagruppe, Marmolada, Rosengarten und Latemar gehören sie zu den bekanntesten Tälern der Dolomiten. Zusammen mit ihren Seitentälern sind sie ein ideales Terrain für sämtliche Outdoor-Aktivitäten. Übrigens ist das Val di Fassa das einzige Tal im Trentino, in dem die Ladinische Kultur noch aktiv gelebt wird.

 

Valsugana

Das wilde und unberührte Lagorai-Gebirge ist die längste Gebirgskette im Trentino und trennt das Val di Fiemme vom Valsugana. Interessant ist, dass der Lagorai aus geographischer Sicht Teil der Dolomiten ist, jedoch nicht aus geologischer Sicht, denn er besteht hauptsächlich aus vulkanischem Gestein (Porphyr). Der östliche Teil der Kette gehört zum Naturpark Paneveggio - Pale di San Martino. Der Passo Manghen, der Passo Rolle und die Seilbahn von Cermis verbinden das Tal mit den umliegenden Regionen. Das Valsugana selbst ist eine grüne Oase mit kristallklaren Seen, der lieblichen Vigolana-Hochebene und dem ursprünglichen Valle dei Mocheni. Die Region erfüllt so gut wie alle Urlaubswünsche: Sport und Relax für die ganze Familie am Levico- und Lago di Caldonazzo, Wandern und Mountainbiken im wilden Lagorai-Gebirge und Erholung in warmen Thermen.

 

Altopiano di Brentonico

Südöstlich von Trento erstreckt sich das grüne Vallagarina, das im Westen vom Monte Stivo und dem Monte Baldo und im Osten durch die Kleinen Dolomiten begrenzt wird. Die „Piccole Dolomiti“ sind die niedrigste Berggruppe im Trentino, höchster Gipfel ist die Cima Carega (2.259 m). Während des ersten Weltkrieges verlief dort die Frontlinie zwischen Österreich und Italien. Die einstigen Militärwege wurden später ausgebaut und bieten Wanderern und Bikern eine Vielzahl an Möglichkeiten. Beliebt ist der Friedenspfad, der entlang der Frontlinie zum Pasubio führt. Rund um die steilen Felswänden des Cima Palon (2.239 m), des höchsten Berges der Pasubio-Gruppe, befinden sich nicht nur zahlreiche Wanderwege, sondern auch Zeitzeugen wie Bombenkrater, trutzige Bauwerke oder die „Straße der 52 Tunnel“, die an dieses dunkle Stück Geschichte erinnern.

 

Hochebene Alpe Cimbra

Die drei Gemeinden der Hochebene Alpe Cimbra teilen sich ihre Geschichte, angefangen von den bayerischen Siedlungen bis hin zu den Kämpfen für die „Magnifica Comunità“ und noch heute wird dort der altertümlichen bayerischer Dialekt Zimbrisch gesprochen. Zwischen Wäldern, Wiesen und klaren Gebirgsbächen erheben sich der Cornetto, der Monte Maggio und der Monte Rust. Im Schatten dieser Berge verstecken sich Festungen wie das berühmte Forte Gschwent/Belvedere bei Lavarone.