Die Basis für menschliches Wohlergehen

Im Trentino ist man sich einig: Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Natur mit ihrer biologischen Vielfalt sind die wichtigsten Grundlagen für das menschliche Wohlergehen. Und das gilt nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die Touristen. Kein Wunder also, dass das Thema Nachhaltigkeit und Naturschutz in der norditalienischen Provinz eine lange Tradition hat und bereits vor fast 50 Jahren die ersten Naturparks gegründet wurden

Die einen suchen in der Natur Ruhe und Entspannung, für andere bedeutet sie Abwechslung, oder gar Arbeit. Fest steht, dass Naturschutz, Nachhaltigkeit und Biodiversität im Trentino tiefe Wurzeln geschlagen haben. So zählten Wälder und Wiesen bereits im Mittelalter als Allgemeingut und noch heute sind 60 Prozent des Trentino mit dichten Wäldern bedeckt. Vor über 50 Jahren wurden im Trentino die ersten beiden Naturparks gegründet, mittlerweile sind 30 Prozent der Gesamtfläche als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dazu zählen die drei Naturparks Stilfser Joch, Paneveggio-Pale di San Martino und Adamello-Brenta sowie zahlreiche regionale und lokale geschützte Naturgebiete und Biotope. Sie bieten unberührte Landschaften und eine reiche Tierwelt. Seit 2015 kann das Trentino außerdem das erste, von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservat in den Dolomiten vorweisen: Die Regionen Ledro Alpen und Judikarien, ein Gebiet, welches sich vom Gardasee bis zu den Brenta Dolomiten erstreckt. Es umfasst unzählige seltene und intakte Ökosysteme wie Wälder, Moore und Gebirgswiesen und beheimatet mehr als 1.600 Pflanzenarten und 149 geschützte Tierarten, darunter Braunbären, Wölfe und Luchse.

 

Drei Naturparks und nachhaltiger Tourismus

Ziel dieser Schutzzonen ist es, die Natur zu erhalten und sie gleichzeitig mit den Bedürfnissen von Erholungssuchenden so zu verknüpfen, dass beide Seiten davon profitieren. Nachhaltiger Tourismus mit Respekt vor der Natur und der Landschaft werden gepflegt. Außerdem sollen landschaftliche Schönheiten, Biotope und Kulturlandschaften mit ihrer Flora und Fauna erhalten und für spätere Generationen zugänglich gemacht werden.

 

Der Geopark im Trentino

Mit seinen 620 Quadratkilometern umfasst der Naturpark Adamello-Brenta die Gebirgsketten der Brenta, Adamello und Presanella und zählt zu den größten geschützten Gebieten des westlichen Trentino. Der Park wurde 1967 eingerichtet und bietet nicht nur Steinadlern, Hirschen, Gämsen und Steinböcken ein Zuhause, sondern auch einer kleinen Population von Braunbären. 2008 ist der Park dem europäischen und weltweiten Netz der Geoparks beigetreten. Die Besucherzentren bieten neben jeder Menge Informationen zu Flora und Fauna auch geführte Touren an. Tipp: Wem Naturschutz besonders am Herzen liegt, der wählt eine dem Park angeschlossene Unterkunft, die dem Produktclub Qualità Parco angehört. Diese Betriebe legen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, Naturschutz und landestypische Produkte.

 

Die schönsten Wälder Europas

Der Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino erstreckt sich vom Val di Fiemme und Val di Fassa über Primiero bis zum Veneto. Charakteristisch für diesen Park sind vor allem die unterschiedlichen geographischen Landschaftsformen und Naturräume, die auf eindrucksvolle Weise die Naturschönheiten des Trentino widerspiegeln. Bleiche Felsen blitzen über saftig grünen Almweiden, spiegeln sich in Bergseen und verlieren sich in weiten Fichtenwäldern. So dominieren im südöstlichen Gebiet die wilden Dolomitengipfel der Pale di San Martino, im westlichen Teil die unberührte Lagoraikette und im Norden beeindruckt der Wald von Paneveggio. Dank des gesunden und teilweise mehrere Hundert Jahre alten Baumbestandes gehören die dortigen Wälder zu den schönsten in ganz Europa. Zwischen den Baumriesen wachsen die seltenen, hochgeschätzten Rottannen, deren Holz zum Bau von kostbaren Geigen und Klavieren verwendet wird. Schon Stradivari nutzte dieses Holz mit seiner außergewöhnlichen Resonanzfähigkeit für seine legendären Geigen. Deswegen wird der Paneveggio-Wald auch Geigenwald (Foresta dei Violini) genannt.

 

Vom lieblichen Tal zum hochalpinen Gletscher

Zu den größten Naturschutzgebieten in den Alpen zählt der Nationalpark Stilfser Joch, der sich über die vier italienischen Provinzen Sondrio, Bozen, Trento und Brescia erstreckt, die gesamte Ortler-Gruppe in sich vereint und mit mehr als 30 Gipfeln über 3.000 Meter auftrumpft. Das Besondere an diesem geschützten Gebiet sind die verschiedenen alpinen Klimazonen, das heißt vom Talboden bis hinauf in hochalpine Gletscherregionen sind alle Landschaftsformen der Alpen zu finden. Zahlreich sind auch Flora und Fauna. So leben in dieser Region beispielsweise Hirsche, Steinböcke, Murmeltiere und Steinadler, die auch Symbol der Parks sind. Auch seltene Pflanzen wie Edelweiß, Alpen-Polsternelke, Gletscher-Hahnenfuß oder Alpen-Leinkraut finden hier ideale Bedingungen, um prächtig zu gedeihen. Für große und kleine Naturliebhaber werden das ganze Jahr über tagsüber und abends geführte Exkursionen angeboten.

Weitere Informationen unter: www.visittrentino.info/de/erleben/gruner-urlaub