Pfahlbausiedlungen Fiavè

Das tägliche Leben vor über 4000 Jahren

Pfahlbausiedlungen Fiavè

Die Pfahlbausiedlung von Fiavè, die unlängst als Unesco-Weltkulturerbe anerkannt worden ist, stellt für die Geschichte der prähistorischen Pfahlbauten in Europa einen Bezugspunkt von außergewöhnlicher Bedeutung dar. Ihre archäologische Relevanz, die bereits seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt ist, wird dank der systematischen Ausgrabungen, die von 1969 bis 1975 von Renato Perini koordiniert worden sind und die verschiedene Arten von Pfahlbauten ans Tageslicht gebracht haben, deutlich.

Die Funde, sowie die Paläoumweltanalysen, die sich auf den gesamten, heutzutage zu einem Torfmoor ausgetrockneten, glazialen See erstrecken, ermöglichen die Rekonstruktion der Geschichte des Sees - dessen Ursprung etwa 15.000 Jahren zurückliegt - und die der menschlichen Gemeinschaften, die an dessen Ufern, von der Mittelsteinzeit (7000-6000 v. Chr.) bis zum römischen Zeitalter gelebt haben. Die älteste dauerhafte Siedlung, Überreste von Hütten, die auch auf einem trockengelegten Seeufer errichtet worden sind, können auf die erste Hälfte des vierten Jahrtausends v. Chr. zurückgeführt werden.


Aber es war um 1800-1600 v.Chr., dass mindestens zwei Siedlungen nach dem klassischen Pfahlbaumodell über Wasser errichtet worden sind, deren tragende Pfähle, von denen einige über 9 Meter lang sind, noch heute erhalten und sichtbar sind.  Diesen folgt eine neue Pfahlbausiedlung (1500-1400 v. Chr.), deren Hütten auf Pfähle liegen die auf einer über das Seeufer und den Seegrund verteilten, komplexen Gitterstruktur verankert sind.


Die Spätbronzezeit (1300 v. Chr.) markiert das Ende der Pfahlbausiedlungen und den Bau einer Siedlung auf dem Dos Gustinaci, einer Moränenanhöhe, am südlichen Rand des Seebeckens. In diesem Gebiet sind Terrassierungen und  Reste von Trockenmauerwerk zu sehen, die auf Wohnhäuser mit rechteckigem Grundriss zurückzuführen sind.


Der antike Lago Carera scheint auch zu späteren Zeiten genutzt worden zu sein, allerdings nicht mehr zu Wohnzwecken, aber möglicherweise für Begräbnisse oder Rituale. Davon zeugen die in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts gewonnenen Funde, Skelettreste, Waffen und Werkzeugen aus Eisen, Töpferware usw., die auf die letzten Jahrhunderte des ersten Jahrtausends v. Chr., bis in die Römerzeit datiert worden sind.
 

Pfahlbaumuseum Fiavé


Das Pfahlbaumuseum in Fiavé wurde im April 2012 eröffnet und bietet Einblick in die Geschichte einer der wichtigsten Ausgrabungsgebiete des südlichen Alpenraums. Die beiden Stockwerke des Museums sind den Funden aus dem Torfmoor gewidmet, mit einem besonderen Augenmerk auf die außergewöhnlichen Holzgegenstände; durch Videos und Rekonstruktionen kann der Besucher die Geschichte des Ortes nachvollziehen und mehr über die Methodik der Ausgrabung und der Bergung der Funde erfahren.

Geschlossen von November bis Februar



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