Die Trentiner im Europäischen Krieg (1914 -1920)

Anlässlich des hundertsten Jahrestages des Ausbruches des Ersten Weltkrieges, stellt die Stiftung des historischen Museums des Trentino der Öffentlichkeit eine Ausstellung vor, die im sog. Weißen Tunnel untergebracht ist und unter der Leitung von Quinto Antonelli zusammengestellt wurde. Diese Ausstellung bleibt bis 2018 geöffnet und ist in sechs Teilbereiche untergliedert. Jeder Bereich befasst sich mit einem Kriegsjahr, der sechste mit dem Nachkriegsjahr 1919 und der Rückkehr der Soldaten und Zivilbevölkerung,
Die Ausstellung ist so gestaltet, dass sie auf allgemein verständliche Art aufzeigen möchte, welchen harten Proben die Bevölkerung des Trentino während des Konfliktes ausgesetzt war. Dabei wird mit Hilfe einer stetigen chronologischen Darstellung nicht darauf verzichtet, auch auf die wichtigsten Aspekte des Krieges einzugehen.
Die große Landkarte. Anhand der Ausstellung soll vor allem auch geographisch gezeigt werden, wo sich dieses für die Trentiner Bevölkerung dramatische Ereigniss überall auf der Welt abgespielt hat: von Italien bis nach Böhmen, von Galizien bis nach Sibirien, von China bis in die Vereinigten Staaten. Es soll dabei verdeutlicht werden, dass der von den Trentinern durchgemachte Krieg (auch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, aus denen der Krieg wahrgenommen wurde: als Überläufer, Flüchtlinge, Internierte, als österreichische Soldaten an der galizischen Front oder als Freiwillige der italienischen Armee) wirklich als ein Großer Krieg mit weitläufigen Szenarien erlebt wurde. Die Geographie spielt daher die zentrale Rolle in dieser Ausstellung. Die Karten begleiten den Besucher auf den verschiedenen Stationen, die von den aus dem Trentino stammenden Soldaten (Serbien, Galizien, Wolhynien, Rumänien, Albanien, Ukraine), den Kriegsgefangenen (Russland, Sibirien, China, Vereinigte Staaten, Italien), den Flüchtlingen (Österreich, Mähren, Böhmen, Italien) und den Internierten (Österreich, Italien) durchlaufen wurden.
Völker und Kulturen. Der Krieg wirbelte Völker und Kulturen durcheinander: auch die Trentiner Bevölkerung sah sich dabei mit völlig unterschiedlichen Sprachen und Lebensweisen konfrontiert. Für die von den Russen gefangenen und nach Sibirien gebrachten Soldaten, wurde die Kriegsgefangenschaft zum einschneidenden Erlebnis. Was sie dort erfuhren und sahen, wurden von ihnen in Tagebüchern und Gedichten, mittels Fotografien, Zeichnungen und Gemälden bzw. anhand von gesammelten Postkarten oder anderen Gegenständen festgehalten.
Der Zwang, die Gewalt. Die Gewalt und die Trauer, die mit diesem Krieg verbunden sind bilden den dritten Aspekt den die Ausstellung behandelt. Auf Seiten der Zivilbevölkerung wird auf den Zwangsaufenthalt in den Flüchtlings- und Internierungslagern eingegangen. Was die Soldaten betrifft wird der Tod als Massenprodukt des Krieges und den geringschätzigen Wert des menschlichen Lebens hervorgehoben. Verwundete, Kriegsversehrte und Kranke kennzeichnen das Bild eines vom Großteil seiner Bevölkerung beraubten Trentinos.
Der Rundgang. Die Ausstellung ist fünf Sektionen aufgegliedert, jede nach einem Kriegsjahr benannt. Eine sechste angehängte Sektion bezieht sich auf die unmittelbare Nachkriegszeit. In jedem Abschnitt findet sich eine Chronologie mit den wichtigsten Kriegsereignissen. Damit soll deutlich gemacht werden, dass auch die Geschichte der Trentiner Bevölkerung nur im Zusammenhang eines größeren Gesamtbildes zu betrachten ist. Es folgen Karten, Ereignisse und am Ende einige aussagekräftige Beispiele in Form von fünf beispielhaften Biografien.
Die Materialien. Die Geschichte, die erzählt wird (bzw. im wahrsten Sinne des Wortes inszeniert wird), greift auf eine Vielzahl von Dokumenten, Objekten und Zeitzeugnisse zurück, darunter: illustrierte Postkarten, einfache Zeichnungen aus den persönlichen Tagebüchern, Werke von Malern, Todesanzeigen, Handschriften und Gegenstände (vom Granatsplitter, bis zum im Schützengraben gefertigten Aluminiumring).

www.trentinograndeguerra.it



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