5. Etappe: 2. Juni – Battisti-Weiss-Route

Route „Battisti-Weiss" zum Spiz dele Roe de Ciampiè(Länge 400 m, Schw. 6+ u. A1 / Erstbegehung im August 1973 durch G. Battisti und T. Weiss)

5. Etappe: 2. Juni – Battisti-Weiss-Route
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5. Etappe: 2. Juni – Battisti-Weiss-Route

Wer durchs Val di Fassa fährt und einen Blick auf die Larsech-Gruppe wirft, dem entgeht der riesige gelbliche Turm sicher nicht, der einem Schiffsbug ähnelt, so spitz läuft die südgerichtete Ecke zu. Über diese steil abfallenden Felsenbänder zieht sich eine meisterhafte Route des Bergführers Gino Battisti aus dem Val di Fassa. 1973 erschloss Gino in Begleitung der damals fünfzehnjährigen Tita Weiss seine erste neue Route auf einer Linie, die so beeindruckend war, dass sich Wiederholer jahrzehntelang von ihr fernhielten, die es jedoch sicherlich verdient, neu entdeckt zu werden. Das Gestein ist doch nicht so brüchig, wie man denken könnte, und dank der optimalen Hakenabsicherung kann das Freiklettern auch an den Seillängen für technisches Klettern versucht werden (hier muss auf die erst kürzlich erfolgten Wiederholungen des Österreichers Much Mayer sowie von Mario Prinoth und Bruno Pederiva hingewiesen werden, die die Route vollständig zugänglich machten).
Mit unseren Freunden Armando Grisenti und Roberto Pedrotti (Bergführern) haben wir also beschlossen, diese Route für die 5. Etappe unserer Tour zu wiederholen: Außer einem schönen Klettererlebnis bietet sie dank des langen Zugangswegs die Möglichkeit, eine vollständig abgeschiedene Gegend zu entdecken, in der man die Hektik im Tal, das genau zu Füßen liegt, vollständig vergisst.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie man, wenn man „über Zinnen" geht, Entfernungen oder die Zeit wahrnimmt, und alles relativ wird ... und dies ist vielleicht einer der interessantesten Aspekte der Berge. So kann man gänzlich unerkannte und überraschende Welten erforschen, ohne dass man dafür bis ans Ende der Welt gehen muss!
Auf unserem Rückweg hatten wir das Vergnügen, dem Erstbegeher der Route, Gino Battisti, höchstpersönlich zu gratulieren. Zur Feier des Tages hieß dieser uns bei sich zu Hause mit einem guten Glas Wein willkommen ... und die erschien uns auf jeden Fall der krönende Abschluss eines erfolgreichen Tags!

 

* Ein besonderer Dank gilt Lorenzo Battisti, Ginos Enkel und ebenfalls Bergführer, für seine wertvolle Hilfe bei den Aufnahmen.

 

Klicken Sie hier, um den technischen Bericht im PDF-Format einzusehen.

 

Zugang: Von Muncion im Val di Fassa erreichen Sie das Bar-Restaurant „La Regolina" (für den Privatverkehr gesperrte Fahrstraße). Knapp oberhalb des Restaurants (100 m auf der Straße) folgen Sie anfänglich einem Pfad, später geht es ohne Weg durch den Wald in Richtung der Wand zum Kanal, der den Torre Rizzi (rechts) von der Roa de Ciampiè trennt, bergauf. Im Kanal treffen Sie auf einige Engstellen mit anspruchsvollen Passagen (Schwierigkeitsgrad 5) bis knapp hinter der Steilwand der Südecke (2 Std. 15 Min.).

 

Rückkehr: Vom Ausstieg der Route gelangen Sie mit einer kurzen Abseillänge (10 m) hinab zu einem Einschnitt und gehen dann anschließend am Grat zum Hauptgipfel. Von dort können Sie mit 2 Abseillängen (45 m) an der Nordseite einen charakteristischen Turm (Martello) auf einem Sattel erreichen. Dann folgt eine kurze Überquerung in Nordrichtung (in Richtung der Lausa-Gipfel) bis zu einem Kanal (mögliches kurzes Abseilen), der zu einem weiteren Abseilplatz zum Abseilen (40 m) in einem breiten Kamin führt.
Von dort steigen Sie über Geröllfelder zur Scharte des Torre Rizzi hinab. Am letzten vertikalen Vorsprung sind weitere 2 kurze Abseillängen (je 20 m) erforderlich. Vom Einschnitt den Berg weiter in Südostrichtung queren und über steil abfallende Wiesen bis zum breiten Sattel unterhalb des Aut de Moncion hinabsteigen. Von dort nehmen Sie den Kanal, über den Sie zum am Morgen zurückgelegten Weg gelangen.



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