Die Gletscher von heute... und gestern

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Die vor 20.000 Jahren durch die Gletscher geformten Marmitte dei Giganti (dt. Töpfe der Riesen), die Seen, Schluchten, das Dolomitgestein der Brenta-Dolomiten und die großen Gletscher der Gebirgsgruppe Adamello Presanella sind die Protagonisten dieser Reise. Los geht's! Entdeckung der Geologie der westlichen Landeshälfte der Provinz Trient durch das Studium der von den Gletschern während der Eiszeiten hinterlassenen Spuren, bis zu den heutigen Gletschern, eine geologische Entwicklung von 300 Millionen Jahren.

Route
• Ausgangspunkt in Vezzano, am Parkplatz des Theaters Valle dei Laghi. Lassen Sie das Auto stehen und folgen Sie zu Fuß dem „Percorso geologico Antonio Stoppani" der Marmitte dei Giganti in südlicher Richtung und besichtigen Sie die Formationen „Bus di San Valentino" und „Bus dei Poieti".
• Fahren Sie mit dem Auto weiter nach Sarche. Hier halten Sie sich rechts und folgen der SS237 in Richtung Tione-Madonna di Campiglio. Parken Sie das Auto bei der fünften Kehre und legen Sie ein kurzes Stück Strecke des Weges mit SAT-Markierung 427B zurück, um von oben den Canyon del Limarò zu bewundern. Hier können Sie auch den herrlichen Radweg einschlagen, der nach Tione und in das Val Rendena führt.
• In Ponte Arche halten Sie sich weiter rechts, der Staatsstraße SS237 in Richtung Tione folgend.
• In Tione biegen Sie rechts auf die SS239 des Val Rendena in Richtung Madonna di Campiglio und Passo Campo Carlo Magno ab. Villa Rendena, Pelugo, Carisolo oder Pinemonte sind gute Ausgangspunkte für Wanderungen in die Gebirgsgruppe Adamello Presanella. Und von Sant'Antonio di Mavignola und Madonna di Campiglio aus, Wanderungen unterschiedlicher Entwicklungs- und Schwierigkeitsgrade ins Herz der Brenta-Dolomiten.
• Fahren Sie den Pass in Richtung Dimaro hinab. Hier nehmen Sie links die SS42 zum Passo del Tonale, wo Sie mit den Aufstiegsanlagen ganz bequem nach oben gelangen können.

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Die Marmitte dei Giganti

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Die Marmitte dei Giganti, eiszeitlichen Ursprungs, sind Aushöhlungen im Fels, deren runde, in die Tiefe modellierten Formen an die Konturen enormer Töpfe erinnern. Der Tradition zufolge dienten sie den Riesen, um ihren Durst zu stillen. Die Formation dieser Kessel ist auf das am Fuße der Gletscher wirbelnde, mit Steinen und Sand vermischte Schmelzwasser zurückzuführen. Die so entstandene Erosionswirkung hat diese großen Brunnen erzeugt.
Die spektakulären geomorphologischen Phänomene, die dieses Gebiet auszeichnen, haben seit jeher das Interesse zahlreicher Wissenschaftler geweckt, von denen der Abt Antonio Stoppani, dem der hier startende geologische Pfad gewidmet ist, besonders erwähnenswert ist. 1875 hat dieser Forscher, Wissenschaftler der Geologie, Paläontologie und Gletscherkunde, in der Nähe von Vezzano die ersten in Italien vorgefundenen Marmitte dei Giganti entdeckt. Dieser wichtigen Entdeckung widmete er ein Kapitel seines Buches „Bel paese", ein populärwissenschaftliches Meisterwerk des neunzehnten Jahrhunderts, das es, dank seiner einfachen und lockeren Sprache, jedem ermöglichte, die Schönheit der italienischen Landschaft kennen zu lernen.

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Eine enge Passage

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Sehenswerte

Es ist fast als wäre man in Colorado, in Amerika! Im Gebiet zwischen Villa Banale di Stenico und Sarche, haben die Wasser des Flusses Sarca di Schlucht von Limarò in den Kalksteinfelsen gegraben.
Durch diesen eindrucksvollen Canyon fließt der Fluss, dessen wirbelnde Wasser die Felswände ausgespült und die Formen gebildet haben, die nun zu sehen sind.
Die Schlucht ist etwa 4 km lang und zeichnet sich durch steile Felswände aus. Der geschichtete rote und graue Kalkstein ist im Jura (von 145-200 Millionen Jahren) entstanden, als dieser Teil des Trentino von einem flachen Meer, mit einem breiten Strand und Lagunen, bedeckt war. Auf diesem Strand liefen die Dinosaurier! Vor circa 65 Millionen Jahren begannen sich die Alpen aufzufalten, nachdem die afrikanische und die europäische Platte aufeinandertrafen. Während der letzten Millionen Jahren, gleichzeitig mit dem Herausheben der Berge, haben die Flüsse die Täler ausgewaschen und geformt und dabei tiefe und enge Canyons wie diesen gegraben.

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Ein Weltnaturerbe

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Die Brenta Dolomiten, im westlichen Bereich der Dolomitenregion, stellen eine Insel aus Dolomitgestein dar, das im Westen durch die Valli Giudicarie, im Osten durch das Val di Non und im Norden durch das Val di Sole abgegrenzt ist. Zu den höchsten Gipfel zählen die Cima Brenta (3.150 m) und der Campanil Basso (2.883 m), einer der bekanntesten Berge, der nach wie vor begeisterte Bergsteiger anzieht. Die Felsen des Brenta sind herrliche,majestätische Gebilde, die durch Erosion in Türme und Zinnen verschiedenster Formen modelliert sind. Die außergewöhnliche naturalistische, landschaftliche und geologische Bedeutung dieses Dolomitensystems steht unter dem Schutz des Naturparks Adamello Brenta, der 2008 zum Geopark erklärt worden ist.
Das Gestein des Brenta umfasst eine Zeitspanne, die vom Untertrias bis in die Kreidezeit reicht (etwa 185 Millionen Jahre). Sie berichten von einem tropischen Archipel, mit Inseln, Flüssen, die das Land auswaschen, von einem tiefen Ozean und sogar von unterseeischen Erdrutschen. Weit verbreitet ist das Hauptdolomit, das sich gebildet hat, als der Brenta ein enormes, regelmäßig von der Flut überspültes Wattenmeer war.

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Die Gletscher heute

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Die Presanella, mit ihren 3.558 m Höhe, ist der höchste, sich vollständig im Trentino befindende Berg. Der Fels besteht aus Tonalit, ein granitartiges Gestein, das sich vor 45-35 Millionen Jahren durch Erkalten von Magma im Inneren der Erdkruste geformt hat. Vom Inneren der Erde heraus wurde der Granit dann, als Folge des Aufeinandertreffens der afrikanischen und der europäischen Platte, nach außen gedrückt, wodurch die Alpen entstanden sind.
Das Trentino weist rund einhundert Gletscher auf. 25 davon befinden sich in der Presanella-Gruppe, mit einer Oberfläche von beinahe 900 ha. Der großflächigste davon ist der Gletscher der Presanella, der die spektakuläre Nordwand dieses Berges streift und von der Straße des Passo del Tonale aus sichtbar ist. Die Gletscherfront befand sich, nach Ende der kleinen Eiszeit (1850) ganze 1500 Meter weiter vorne und leidet, wie auch die anderen Alpengletscher, unter der Klimaerwärmung, was die Reduzierung seiner Größe zur Folge hat. Der durchschnittliche jährliche Rückzug liegt bei etwa 20 Metern.