Der Gardasee, die Wiege des Windsurfens

Vasco Renna erzählt die Entstehungsgeschichte dieser Sportart in Riva del Grada und Torbole sul Garda und vom Werdegang seines Sohnes Nicolò

Die Entstehung und Entwicklung des Windsurfens am Gardasee im Trentino geht Hand in Hand mit der Geschichte von Vasco Renna. Torbole war ein kleines Fischerdorf, Segeln galt als Elitesport, den sich nur wenige leisten konnten.

„Dann, eines Tages, im Jahr 1975“, erzählt Vasco Renna, „als ich 18 Jahre alt war und im See angelte, sah ich einen österreichischen Jungen auf einem Brett hinausfahren. Niemand wusste, was Windsurfen war. Ich war sofort fasziniert, ich sah, wie das Segel durch den Wind vorangetrieben wurde und wollte mehr darüber wissen.“

Vasco sucht also in Amerika Windsurf-Boards und führt diese dank einem alten Bootgeschäft in der Gegend in Riva del Garda ein. „Mein Freund Sandro Tomasi und ich waren die ersten, die hier Windsurf-Boards führten.“

Trentiner Seen: die Geschichte von Nicolò und dem Windsurfen am Gardasee

"Wir haben den Wind in eine Chance verwandelt"

Drei Jahre später wurde Torbole zum Mekka für Windsurfer. „Es war wahnsinnig, wie diese Leidenschaft explodierte und in den achtziger Jahren ihren Höhepunkt erreichte. Es gab mehr Windsurfer als die Oberfläche des Sees fassen konnte. Die Polizei musste die Straße zwischen Torbole und Limone wegen des zu starken Zustroms von Windsurfern – hauptsächlich aus Deutschland – immer wieder sperren. Ich erinnere mich noch an die Zelte auf dem Felsvorsprung über dem Tunnel. Windsurfen war eine sehr starke Leidenschaft, fast eine Krankheit.“

Riva del Garda und Torbole sind in der Tat ideale Orte zum Windsurfen: „Der warme Wind „Ora del Garda“ weht in den frühen Nachmittagsstunden mit starker Intensität von Süden nach Norden und macht den Gardasee im Trentino zu einem wahren und einzigartigen Paradies für alle Fans der Wind- und Segelsportarten.“

Und so beschloss Vasco Renna 1978, sich auf den Ausbau des Windsurfens zu konzentrieren: „Ich habe Cavalier Santoni, den damaligen Präsidenten des Segelclubs Circolo Vela Torbole, gebeten, diesen Sport in den Club einzubringen. Eine Idee, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. So sehr, dass wir bald damit begannen, Veranstaltungen und Regatten zu organisieren."

Trentiner Seen: die Geschichte von Nicolò und dem Windsurfen am Gardasee

Nicolò Renna, Silbermedaille bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires

Dann begann also die Aufwertung des Gardasees und des Windsurfens, in perfekter Synergie von Gebiet, Politik und Experten.

Und die Chance des Windes konnte Nicolò Renna, Sohn von Vasco, sehr gut nutzen, als er nach mehreren Podiumsplätzen bei Welt- und Europameisterschaften vor zwei Jahren bei der Jugendolympiade in Buenos Aires die Silbermedaille im Windsurfen gewann. Ein Ereignis, das mit dem vierzigsten Geburtstag des Vereins Circolo Surf Torbole zusammenfiel.

„Nicolò stand bereits im Alter von 4 Jahren auf dem Windsurfbrett und jetzt, im Alter von 19 Jahren, ist er ein international bekannter Athlet auf höchstem Niveau“, erklärt Papa Vasco stolz.

Nicolò sah seinen Papa auf dem Windsurfbrett auf den See hinausfahren, und so tat er es auch. „Er hatte keine Angst. Er surfte den ganzen Nachmittag allein, solange und wohin der Wind blies. Oft musste ich ihn suchen und mit dem Beiboot wieder ans Ufer bringen: Ich hatte die Telefonnummer auf seine Schwimmweste geschrieben, und so kam es vor, dass mich ab und zu jemand anrief, um mir zu sagen, auf welcher Seite des Sees er sich befand.“

Jetzt besucht Nicolò das Sportgymnasium in Castelletto di Brenzone und trainiert mit der italienischen Nationalmannschaft. Wenn er zu Hause ist, steht ihm unser See, einer der wichtigsten Segelorte der Welt, für sein Training zur Verfügung. Nicolò wird von den Experten des italienischen Verbandes trainiert und betreut, aber die Rolle seines Vaters bleibt grundlegend. „Ich stehe ihm unterstützend zur Seite.“

Den Papa braucht man immer, auch wenn man ein großer Champion ist!

Veröffentlicht am 29/05/2020